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Hawaii. Allein der Name weckt Bilder von türkisblauem Wasser, dampfenden Vulkanen und endlosen Stränden. Was der Name allerdings nicht sofort verrät: Hawaii ist teuer. Richtig teuer. Wer mit dem Gedanken spielt, die Inseln im Pazifik als Backpacker oder Budgetreisender zu erkunden, sollte sich darauf einstellen, dass hier andere Regeln gelten als in Südostasien oder Mittelamerika. Sparen lässt sich auf Hawaii nur bedingt, und wer ehrlich ist, muss zugeben, dass die Inseln einfach kein klassisches Budgetziel sind. Trotzdem lohnt sich die Reise, wenn man weiß, worauf man sich einlässt.
Warum Hawaii so teuer ist
Die Antwort ist im Grunde simpel: Hawaii liegt mitten im Pazifik, tausende Kilometer vom Festland entfernt. Fast alles, was auf den Inseln konsumiert wird, muss per Schiff oder Flugzeug importiert werden. Das gilt für Lebensmittel genauso wie für Baumaterialien, Möbel und Alltagsgegenstände. Diese Transportkosten schlagen sich auf sämtliche Preise nieder. Laut dem aktuellen Cost of Living Index liegen die Lebensmittelpreise in Honolulu etwa 20 Prozent über denen in New York City, das selbst nicht gerade als günstig gilt. Hawaii steht damit landesweit an der Spitze bei den Lebensmittelkosten.
Dazu kommt, dass Hawaii eines der beliebtesten Reiseziele der Welt ist. Die Nachfrage nach Unterkünften, Mietwagen und Aktivitäten ist das ganze Jahr über hoch, was die Preise zusätzlich nach oben treibt. Und seit Januar 2026 hat der Bundesstaat die sogenannte Transient Accommodations Tax (TAT) auf 11 % erhöht. Zusammen mit den County-Steuern und der General Excise Tax zahlen Besucher inzwischen rund 19 % Steuern auf Unterkünfte.
Es gibt allerdings auch eine gute Nachricht: Der Euro-Dollar-Wechselkurs kann euch aktuell in die Karten spielen. Anfang 2026 bewegt sich der Kurs bei rund 1,18, Ende Januar kratzte er sogar an der 1,20er-Marke. Zum Vergleich: Noch Anfang 2025 lag der Euro zeitweise unter 1,05 Dollar. Wer zum richtigen Zeitpunkt wechselt, bekommt also spürbar mehr für sein Geld. Ein Blick auf den aktuellen Kursverlauf lohnt sich:
Übernachten: Hostels als einzige echte Sparoption
Wer auf Hawaii wirklich sparen will, hat bei der Unterkunft im Grunde nur eine realistische Option: Hostels. Auf den größeren Inseln gibt es eine Handvoll davon, allerdings ist die Auswahl insgesamt überschaubar. Auf ganz Hawaii existieren nur etwa 30 Hostels.
Ein Bett im Mehrbettzimmer kostet je nach Insel und Saison zwischen 30 und 65 pro Nacht. Auf Oahu findet man die günstigsten Angebote, etwa im Waikiki Beachside Hostel, wo ein Bett im 8er-Dorm ab rund 29 zu haben ist. Auf Maui und Big Island liegen die Preise eher bei 45 bis 65. Private Zimmer in Hostels kosten schnell 80 oder mehr pro Nacht. Das klingt im Vergleich zu Hostels in Europa oder Asien immer noch happig, ist aber im Hawaii-Kontext tatsächlich die günstigste Variante.
Hotels beginnen selbst in der einfachsten Kategorie bei 150 bis 200pro Nacht. Luxusresorts, wie man sie vor allem auf Maui und an der Kohala Coast auf Big Island findet, starten bei 300 bis 600 Dollar. Ferienwohnungen über Plattformen wie Airbnb liegen im Mittelfeld, bewegen sich aber meistens auch im dreistelligen Bereich.
Ein großer Vorteil vieler Hostels: Sie bieten Gemeinschaftsküchen, in denen man sich selbst verpflegen kann. Manche, wie das Howzit Hostel in Hilo, bieten sogar kostenloses Frühstück an (Pancakes und Kaffee). Das sind kleine Details, die am Ende des Tages einen echten Unterschied machen.
Camping wäre theoretisch eine weitere günstige Option, ist auf Hawaii aber mit einigen Hürden verbunden. Für viele Campingplätze braucht man Genehmigungen, die Infrastruktur ist teilweise sehr einfach, und auf manchen Plätzen gibt es Sicherheitsbedenken. Wer kein eigenes Equipment mitbringt, muss zudem alles vor Ort leihen oder kaufen, was den Kostenvorteil schnell wieder aufhebt.
Fortbewegung: Ein Thema für sich
Die Fortbewegung auf Hawaii ist einer der größten Kostenfaktoren und verdient einen eigenen Blogartikel, den ihr hier findet: [Link zum Fortbewegungsartikel]. Nur so viel vorab: Auf Big Island ist man praktisch auf einen Mietwagen angewiesen (ab ca. 55 Dollar pro Tag plus hohe Benzinpreise von 4,70 bis 5,50 Dollar pro Gallone), während Oahu mit dem gut ausgebauten Busnetz "TheBus" eine echte Budgetalternative bietet (3 Dollar pro Fahrt, Tagespass 7,50 Dollar). Alles Weitere dazu erfahrt ihr im separaten Beitrag.
Essen und Trinken: Selbst kochen hilft, aber nur begrenzt
Restaurants auf Hawaii sind teuer, das lässt sich nicht schönreden. In einem durchschnittlichen Restaurant außerhalb der Resortgebiete kosten Hauptgerichte zwischen 30 und 45 Dollar. In den Resorts selbst liegt man schnell bei 65 Dollar pro Person, und das ohne Getränke. Rechnet man die in Hawaii üblichen 18 bis 20 Prozent Trinkgeld und die General Excise Tax (rund 4,7 %) dazu, zahlt man effektiv etwa 23 bis 25 Prozent mehr als der Preis auf der Karte.
Die naheliegende Sparstrategie sind die zahlreichen Plate-Lunch-Lokale und Food Trucks, die es vor allem auf Oahu gibt. Ein Plate Lunch (typischerweise Fleisch oder Fisch mit Reis und Macaroni Salad) kostet zwischen 10 und 18 Dollar, an Food Trucks manchmal schon ab 10 bis 14 Dollar. Das ist im Hawaii-Vergleich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und gleichzeitig eines der authentischsten kulinarischen Erlebnisse auf den Inseln. Berühmte Beispiele sind die Shrimp Plates in Kahuku auf Oahu oder die Poke Bowls, die es praktisch überall gibt.
Wer in einem Hostel mit Gemeinschaftsküche übernachtet, kann im Supermarkt einkaufen und sich zumindest Frühstück und einfache Mahlzeiten selbst zubereiten. Aber auch hier gilt: Die Supermarktpreise auf Hawaii sind deutlich höher als auf dem Festland. Eine Gallone Milch (ca. 3,8 Liter) kostet 6 bis 8 Dollar (auf dem Festland rund 3,50 Dollar), ein Dutzend Eier liegt bei 5 bis 7 Dollar, ein Laib Brot bei 5 bis 6 Dollar, und eine Packung Müsli kann locker 8 bis 10 Dollar kosten. Selbst Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln und Gemüse summieren sich schnell.
Der Geheimtipp vieler Reisender ist ein Stopp bei Costco direkt nach der Ankunft. Die Preise dort liegen deutlich unter denen normaler Supermärkte (Milch z. B. ab 5,99 Dollar pro Gallone, Eier ab 6,89 Dollar pro Dutzend). Für viele Hawaiireisende ist der Costco-Besuch am ersten Tag inzwischen ein festes Ritual, um sich mit Grundvorräten einzudecken. Wichtig zu wissen: Die Mitgliedskarte vom Festland oder aus dem Ausland funktioniert auch auf Hawaii. Alternativen sind Don Quijote (ein japanischer Supermarkt in Honolulu mit guten Preisen, besonders für Poke Bowls und Bento Boxes) sowie Farmers' Markets, auf denen lokale Produkte oft günstiger und frischer sind als im Supermarkt.
Eine realistische Einschätzung für das tägliche Essensbudget: Wer konsequent selbst kocht und nur gelegentlich am Food Truck isst, kann mit 35 bis 50 Dollar pro Tag auskommen. Wer mittags einen Plate Lunch isst und abends ein einfaches Restaurant besucht, sollte eher mit 60 bis 80 Dollar rechnen.
Aktivitäten: Natur ist kostenlos, alles andere nicht
Die gute Nachricht vorweg: Die schönsten Dinge auf Hawaii kosten nichts oder nur wenig. Strände sind auf Hawaii grundsätzlich öffentlich zugänglich, und viele der spektakulärsten Wanderwege sind kostenlos. Der berühmte Diamond Head Trail auf Oahu kostet für Nicht-Einwohner lediglich 5 Dollar Eintritt (plus 10 Dollar Parkgebühr bei Anreise mit dem Auto), erfordert aber eine Online-Reservierung bis zu 30 Tage im Voraus. Für die Hanauma Bay auf Oahu, einen der besten Schnorchelspots der Insel, zahlt man 25 Dollar Eintritt pro Person (Kinder unter 13 frei), ebenfalls mit Pflichtreservierung 48 Stunden im Voraus. Der Hawaii Volcanoes National Park auf Big Island kostet 30 Dollar pro Fahrzeug bzw. 15 Dollar für Fußgänger und Radfahrer, und das Ticket gilt für sieben Tage.
Viele weitere Wanderwege, darunter einige der schönsten auf den Inseln, sind völlig kostenlos. Schnorcheln an frei zugänglichen Stränden wie Shark's Cove an der North Shore von Oahu kostet ebenfalls nichts, solange man eigene Ausrüstung mitbringt. Schnorchelsets kann man vor Ort für 10 bis 20 Dollar pro Tag leihen oder, noch besser, günstig bei Costco oder Walmart kaufen und für den gesamten Aufenthalt nutzen.
Sobald es aber um organisierte Aktivitäten geht, wird es teuer. Eine geführte Schnorcheltour ab Waikiki kostet zwischen 50 und 150 Dollar pro Person. Surfstunden in Waikiki starten bei etwa 87 Dollar für eine zweistündige Gruppenstunde. Ein Luau, das traditionelle hawaiianische Festmahl mit Hula-Vorführungen und Feuershow, schlägt mit 125 bis 200 Dollar pro Person zu Buche. Helikopterflüge über die Na Pali Coast auf Kauai oder den Vulkan auf Big Island beginnen bei 250 Dollar aufwärts.
Wer auf Budget reist, sollte sich auf die kostenlosen Naturerlebnisse konzentrieren und bei organisierten Touren sehr selektiv sein. Eine oder zwei besondere Aktivitäten pro Insel auszuwählen und den Rest der Zeit mit Wandern, Schnorcheln an frei zugänglichen Stränden und Erkunden auf eigene Faust zu verbringen, ist der vernünftigste Ansatz.
Ein realistisches Tagesbudget
Wer wirklich sparsam reist, also im Hostel übernachtet (ca. 35 bis 50 Dollar), sich überwiegend selbst verpflegt und mit Plate Lunches ergänzt (ca. 35 bis 50 Dollar), den Bus nutzt (auf Oahu, ca. 7,50 Dollar Tagespass) und auf teure Aktivitäten verzichtet, kann mit einem Tagesbudget von etwa 80 bis 120 Dollar rechnen. Auf Big Island, wo der Mietwagen hinzukommt, steigt das Budget schnell auf 150 bis 200 Dollar pro Tag.
Zum Vergleich: In Südostasien kommt man mit 30 bis 40 Dollar pro Tag gut über die Runden, in vielen europäischen Städten mit 80 bis 100 Dollar. Hawaii spielt preislich in einer völlig anderen Liga, und es gibt leider wenig Möglichkeiten, daran etwas zu ändern.
Fazit: Teuer, aber es wert
Hawaii ist kein Ziel für Sparfüchse, und es wäre unehrlich, etwas anderes zu behaupten. Die Möglichkeiten, das Budget zu drücken, sind begrenzt: Hostels statt Hotels, Selbstverpflegung statt Restaurant, Bus statt Mietwagen (wo möglich), kostenlose Natur statt organisierte Touren. Mehr Stellschrauben gibt es kaum.
Aber Hawaii bietet dafür etwas, das sich schwer in Geld aufwiegen lässt: eine Landschaft, die es so nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Aktive Vulkane, die ins Meer fließen. Strände in Schwarz, Grün und Rot. Regenwald neben Wüste. Buckelwale vor der Küste. Wer bereit ist, dafür tiefer in die Tasche zu greifen als gewohnt, wird mit Erlebnissen belohnt, die jeden Dollar wert sind. Man muss nur vorher wissen, worauf man sich einlässt, und sein Budget entsprechend planen. Dann wird Hawaii trotz der hohen Kosten zu einer Reise, die man nie vergisst.
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